Unsere ehemaligen Bewohner

Seit 2003 haben viele Pferde ein Zuhause auf dem Martinsberg gefunden. Viele durften bis zum Ende bleiben, für andere war der Martinsberg nur eine Station auf Ihrem Lebensweg. Auch unsere ehemaligen Bewohner möchten wir vorstellen.

Remus

Remus war ein wunderschöner, gut ausgebildeter aber sehr ängstlicher Schimmelwallach, der mit 24 Jahren unser erstes eigenes Pferd wurde. Wir hatten uns in seine Schönheit, noch mehr aber in sein extrem liebes Wesen verliebt. Durch viele Spaziergänge, Ritte mit und ohne Sattel im Gelände und sehr viel Zuwendung verwandelte er sich in ein absolutes Verlass-Pferd, das Kinder mit ADHS und ängstliche Erwachsene mit unwandelbarer Güte und Sanftmut trug. Er war ein Heiler und Initiator für viele Menschen, die ihm begegneten, uns eingeschlossen. Ihm verdankt sich der Gnadenhof Martinsberg und seine Arbeit. Er wurde 31 Jahre alt.

Sugar

Der kraftvolle Cremello-Wallach war ein erfolgreiches Western-Turnierpferd, als er mit 14 Jahren in den Besitz einer seiner Schülerinnen überging. Die völlig unerfahrene Reiterin begeisterte er mit seinen wunderbar weichen Gängen, ohne sie je zu gefährden. Er lehrte sie Bodenarbeit und gemeinsames Spielen. Den Menschen in Krisensituationen, die er als Therapeut begleitete, blickte er mit seinen leuchtend blauen „Menschenaugen“ bis auf den Grund der Seele. Als „Lichtgestalt“ bezeichnete ihn eine sehr liebe todkranke Freundin, als er sie durch den Wald trug. Sugar starb mit 29 Jahren als einziges unserer Pferde allein auf der Koppel an einem Sommertag mitten in der Herde.

Blue

Der Cremello-Hengst Blue hatte noch eine Karriere als Western- und Show-Pferd vor sich, als er den Martinsberg verließ. Auf dem Hof lief er viel frei, ließ sich von Kindern streicheln und bewachte mit seiner Einhorn-Erscheinung den vorderen Hof-Bereich. Niemand kam so leicht an ihm vorbei. Hob man die Arme, so stieg er, wie es ihm beigebracht worden war – was die erschrockenen Besucher jedoch in der Regel nicht einordnen konnten.

Bento

Der Trakehner-Rappe Bento, der seine neuen Freunde schon auf dem Hof erwartete, war trotz einer Gehbehinderung der unangefochtene Chef der kleinen Herde. Ein leicht zurückgelegtes Ohr – und alle parierten. Unsicheren Menschen schenkte er Selbstbewusstsein und ein königliches Gefühl, wenn sie ihn führten oder auf seinem Rücken sitzen durften. Herrlich, wenn sein tiefes Schwarz sich im Winter mit Eiskristallen schmückte. Absolut würdevoll sein ausdrucksstarkes Gesicht, mit den weißen Altershaaren. Bento wurde 29 Jahre alt.

Miss Liberty Star

Nur etwas über ein Jahr lebte Miss Liberty mit der Herde. Freundlich und menschenbezogen, dabei bestechend vernünftig, fügte sich die hübsche schwarz-weiße Paint-Stute sehr gut ein. Ihr Tod durch eine Kolik kam völlig überraschend und war ein Schock. Liberty wurde 25 Jahre alt.

Kalari

Sie kam mit 23 Jahren fast zeitgleich mit Remus und Sugar auf den Hof, sollte nach einer schlimmen Sehnenverletzung und vielen Koliken noch ein wenig schöne Zeit genießen. Niemand ahnte, dass daraus 8 Jahre werden sollten. Die Trakehnerin Kalari, zärtlich „Klärchen“ genannt, bezauberte alle mit ihrer gazellenhaften Anmut. Sie wurde eine bewunderte Leitstute, die ihre Herren Wallache mit sanftem Durchsetzungsvermögen dirigierte.

Dusty und Shawnee

Die Zwei wurden und werden immer in einem Atemzug genannt. 11- und 16-jährig kamen die beiden Freunde gleich im ersten Jahr auf den Hof um 15 Jahre zu bleiben. Bei beiden war Kissing Spines diagnostiziert worden, so dass sie nicht mehr reitbar waren. Dusty konnte allerdings später durchaus wieder beschwerdefrei geritten werden.
Dusty, ein messingfarbener Appaloosa-Wallach mit weißer Decke und schönen dunkel-umrandeten Augen, war unser Kinder-Star. Er liebte Kinder und machte jeden Quatsch mit. Aber auch ohne menschliche Unterstützung brachte er eine Menge Unsinn fertig – war z.B. unser Ausbrecher Nr. 1. Seine Fan-Gemeinde war groß.
Ganz anders Shawnee, ein stämmiger Quarter-Fuchs im Arbeitstyp. Shawnee war extrem zurückhaltend, ja schüchtern, dabei unglaublich klug und – passend dazu – extrem sensibel. Ein echtes Seelchen also. Sein indianischer Name passte perfekt zu ihm, da er etwas Schamanisches an sich hatte. Die Menschen, denen er sich einmal öffnete, waren ihm verfallen. Durch einen Koppel- Unfall erlitt er eine Ataxie des rechten Hinterbeins. Trotz dieser massiven Behinderung lebte er noch 11 Jahre lang heißgeliebt und mit sämtlichen Futter- und Freilaufprivilegien ausgestattet auf dem Hof.
Am Ende gingen Shawnee und Dusty mit nur einem Monat Abstand auf die Regenbogenwiese.

Idefix

Idefix, mit richtigem Namen Hadib, zeigte trotz seines mächtigen Körperbaus deutlich seinen Araber-Einschlag. Neben seiner Schönheit bestach vor allem sein sanftes, absolut verlässliches Naturell. Er war ein prima Kamerad auf dem Platz und im Gelände. Nach 11 Jahren, mit 28, verließ er den Hof, erreichte aber auch in seinem neuen Zuhause ein biblisches Alter.

Inchy

Inchy – so genannt wegen ihrer Kleinheit, hatte lange als Reitschulpony gearbeitet, bevor ihre Besitzerin sie übernahm. Die beiden gingen zusammen durch dick und dünn. Therapeutisch zu arbeiten lehnte Inchy kategorisch ab – sie sah sich als Rentnerin. Drei Jahre lebte sie mit uns. Die sehr eigenständige Ponydame in Latte Macchiato-Färbung wurde Sugars große Liebe.
Inchy wurde 28 Jahre alt.

Wenke

Wenke, Hannoveranerin mit Turniererfahrung, kam schon in sehr krankem Zustand zu uns. Sie hatte Krebs, und der Tierarzt gab ihr nur noch eine ganz kurze Zeit. Doch mit unglaublichem Lebenswillen und ungebrochener Lebensfreude bereicherte Wenke noch volle fünf Jahre den Hof. Die Grande Dame hatte ihren eigenen Kopf und bildete im Gespann mit dem hochbetagten Shawnee ein Duo wie Bonnie und Clyde. Sehr besonders war ihre Wiedervereinigung mit ihrer Freundin Genia nach dreijähriger Trennung! Wenke wurde 31 Jahre alt.

Dagobert

Dago war einer der „aufgegebenen Fälle“, die auf dem Martinsberg eine Blitzgenesung erlebten. Als Therapiepferd hatte er viel gearbeitet, bis ihn eine schwere Halswirbelentzündung schachmatt setzte. Die Besitzerin entschied sich, ihm eine Chance auf dem Berg zu geben, wo er sich schon bald schmerzfrei und ohne Medikamente bewegen konnte. Die weite Waldkoppel überforderte ihn jedoch mental und er bekam schließlich bis zu seinem Tod die hübsche Liberty Montana als Gefährtin auf der Hauskoppel. Dagobert wurde 27 Jahre alt.

Fidelio

Der sanfte Riese Fidelio, ein imponierender Württemberger/Trakehner-Mix herrschte liebevoll-fürsorglich über seinen Harem (Liberty und Susi). „Ich führe den großen, wilden Hengst“, erzählte strahlend ein Kind. Dabei hatte eigentlich der große Fidelio behutsam den Knirps durch den Wald geführt. Drei Jahre lebte Fidelio mit uns, sein Tod löste bei seinen beiden Gefährtinnen tiefe Trauer aus. Fidelio wurde 26 Jahre alt.

Astra

Nur sieben Monate waren der Württembergerin Astra auf dem Martinsberg vergönnt, zu kurz um wirklich beheimatet zu werden. Dann zog sie um in einen anderen Stall. Doch ihre große Freundlichkeit und Menschenbezogenheit sind unvergessen.

Sunny (Sundowners Toby Cat)

 

Sunny, das Paint Horse, durfte fast 10 Jahre auf dem Hof verbringen. Nach drei Jahren Kampf gegen den Krebs durfte er friedlich einschlafen. Bis zum Schluss sah er mit seiner schönen Paint-Zeichung prachtvoll aus. Die Begegnung am Boden mit Sunny war eine Freude. Er war immer eifrig und klug bei der Sache und hat seine lange Zurückhaltung den Menschen gegenüber ganz verloren. Sunny war ein Genießer, bei besonderen Leckerbissen rollte er seine Zunge ein und schmatze vor Genuss.

Sunny wurde 29 Jahre alt.